Hunde-Stories.de

Die Welpenentwicklung von der Geburt bis zum erwachsenen Hund

Von der Geburt bis zum Erwachsensein verläuft die Entwicklung der Welpen und jungen Hunde in deutlich unterschiedenen Phasen, in denen jeweils bestimmte Aktivitäten und Veränderungen im Vordergrund stehen. Dabei durchleben die kleinen Hunde die Zeit ihrer Kindheit und Jugend in rasantem Tempo. Nach einem Jahr sind die meisten Hunde bereits erwachsen. Nur Angehörige sehr großer Rassen brauchen etwas länger. In einem Jahr durchlebt der Hund also alle Veränderungen, für die ein Mensch etwa zwanzig Jahre braucht.

Die Aufzucht und Erziehung ihres Wurfes kann die Hündin durchaus ganz alleine erledigen. Trotzdem sind bestimmte Eingriffe des Menschen für die Entwicklung gut angepasster, verträglicher Hunde notwendig und sinnvoll. In der Natur beteiligt sich schließlich auch das gesamte Rudel an der Erziehung der Welpen.

Anzeige:

Während das Aussehen eines Hundes weitgehend genetisch festgelegt ist, entwickelt sich sein Verhalten aus der Interaktion seiner genetischen Veranlagung mit den Umweltreizen. Der Welpe verfügt über ein bestimmtes Repertoire an Verhaltensweisen, es hängt aber von seinen Erfahrungen ab, in welchen Situationen er welche Verhaltensweisen zeigt. Die frühen Erfahrungen prägen dabei einen großen Teil des Verhaltens des erwachsenen Hundes, so dass dafür gesorgt werden sollte, dass der Welpe angemessene Erfahrungen macht. Besonders wichtig für das Zusammenleben mit dem Hund ist dabei die Sozialisation, also das Erlernen des richtigen Verhaltens im Umgang mit Hunden, Menschen und anderen Tieren.

Geburt und erster Lebenstag der Welpen

Nach durchschnittlich 63 Tagen Trächtigkeit wirft die Hündin ihre Welpen, meistens sind es zwischen 5 und 8 Junge, es können aber auch mal 12 sein. Die Welpen kommen einer nach dem anderen auf die Welt. Die Hündin entfernt von jedem neu geborenen Welpen die Fruchtblase, beißt die Nabelschnur durch und leckt es trocken. Das Lecken bringt auch den Kreislauf der Kleinen in Schwung und stimuliert ganz allgemein. Mit einem Schrei zeigen die neugeborenen Welpen jetzt an, dass alles in Ordnung ist.

Die noch tauben, blinden Neugeborenen finden dann von selber den Weg zu einer Zitze und beginnen sofort mit dem Saugen. Das Saugen der Erstgeborenen beschleunigt die Geburt der nachfolgenden, weil es die Wehen beeinflusst. Die Welpen erkennen den richtigen Weg zu den Zitzen am Geruch und an der Körperwärme der Mutterhündin. Nach dem Trinken schlafen sie. Je nach Anzahl der Welpen kann die Geburt mehrere Stunden dauern. Die Hündin beseitigt alle Spuren der Geburt, wie Fruchtwasser, Nachgeburt und Fruchtblasen. Wenn alle Welpen da sind, schläft die Hündin, während die Welpen weiter an ihr saugen.

Im Allgemeinen erledigen Mutterhündin und Welpen die Geburt und alles, was damit zusammenhängt, völlig selbständig. Man sollte nur dann eingreifen, wenn es offensichtlich nicht gelingt. Das ist sehr selten der Fall, und die Eingriffsmöglichkeiten bestehen im wesentlichen im Rufen des Tierarztes. Bei sehr großen Würfen kann man die Mutter unterstützen, indem man einzelne Welpen mit einem weichen Handtuch vorsichtig trocken reibt. Dies sollte man aber nur dann tun, wenn die Hündin sichtlich erschöpft ist und es alleine nicht schafft. Die Nabelschnur sollte man nur dann durchtrennen, wenn man genau weiß, wie das geht. Die Hündin weiß es.

Anzeige:

Katharina Schlegl-Kofler:

Welpen-Erziehung:
Der 8-Wochen-Trainingsplan für Welpen.
Plus Junghund-Training
Verlag Gräfe und Unzer: 168 Seiten

Einfach kaufen bei

Die ersten zwei Wochen im Leben der Welpen

In den ersten beiden Wochen ihres Lebens tun die Welpen scheinbar nichts anderes als trinken und schlafen. Die Mutterhündin hat dagegen viel zu tun. Die Kleinen müssen ständig gewärmt werden, weil sie von alleine noch nicht richtig ihre Körperwärme halten können. Jedes einzelne muss nach jeder Mahlzeit gründlich abgeleckt werden, weil sie nur dadurch in die Lage versetzt werden, ihre Nahrung richtig zu verdauen und ihre Ausscheidungen abzusetzen.

Eingriffe des Menschen in dieser Phase sollten sich auf das Wiegen der Welpen beschränken. Zufüttern sollte man nur dann, wenn die Mutterhündin es nicht schafft, alle ihre Welpen ausreichend zu ernähren und schwache an den Rand gedrängt werden. Ausserdem sollte die Wurfkiste regelmäßig gesäubert werden. Am Ende der zweiten Lebenswoche müssen die Welpen dann das erste Mal entwurmt werden. Dies ist für eine gesunde Entwicklung der Welpen absolut notwendig.

Die neugeborenen Welpen haben einige angeborene Fähigkeiten. Durch eine Pendelbewegung mit dem Kopf finden sie sicher eine Zitze zum Trinken, wenn sie vor dem Bauch der Mutter liegen. Sie können sich selbständig fortbewegen, dabei handelt es sich um ein Kriechen oder Robben, bei dem sie den Bauch nicht vom Boden heben. Die Kriechbahn ist immer kreisförmig. Dadurch können sie sich nicht weit vom Nest entfernen. Daran sind sie ohnehin nicht interessiert, denn sie sind am Anfang Nesthocker. Wenn sie den Körperkontakt zu ihrer Mutter oder zu ihren Wurfgeschwistern verlieren, dann schreien sie durchdringend, genau wie wenn sie Hunger haben und die Mutter nicht in der Nähe ist. Sie finden selbständig die Zitzen der Mutter und können die Milchabsonderung durch Treten mit den Vorderpfoten anregen.

Die ersten zwei Wochen im Leben des Welpen werden auch als neonatale oder vegetative Phase bezeichnet. Viel Aktivität ist nicht zu sehen, nur das Wachstum der Welpen ist beachtlich. Normalerweise verdoppeln sie bereits im Laufe der ersten Lebenswoche ihr Gewicht und wachsen dann mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Die Fürsorge für die Welpen liegt ganz bei der Hundemutter. Man sollte nur dann eingreifen und unterstützen, wenn die Hündin offensichtlich nicht alleine zurecht kommt. Das, was die Welpen selbst können, sollten sie auch selbst machen. Sie können selbst den Weg zu einer Zitze finden und sie können sich selbst vor Kälte schützen, indem sie dicht gedrängt liegen. Man braucht sie also nicht tragen und auch nicht extra wärmen. Die Wurfkiste sollte allerdings an einer geschützten Stelle stehen. Dagegen kann und sollte man sie gelegentlich streicheln, denn sie lernen auf diese Weise bereits den Geruch der menschlichen Hand mit einer angenehmen Situation zu verbinden.

Die dritte Woche im Leben der Welpen

In der dritten Lebenswoche zeichnet sich eine Veränderung ab. Es ist eine Zeit des Übergangs von der passiven Lebensweise der ersten beiden Wochen zu der sehr aktiven Lebensweise, die das weitere Dasein der Welpen und auch der erwachsenen Hunde bestimmt. Etwa um den elften bis dreizehnten Tag ihres Lebens beginnen sich ihre Augen und Ohren zu öffnen. Am Ende der dritten Lebenswoche können sie dann richtig sehen und hören, und der Durchbruch der Milchzähne beginnt. Sie schlafen jetzt schon etwas weniger als in den ersten zwei Wochen und nutzen die gewonnene Zeit, um ihre eigenen Körper, ihre Wurfgeschwister und ihre nächste Umgebung zu erkunden. Dabei verlassen sie ihre Wurfkiste noch nicht, auch dann nicht, wenn die Mutter das tut.

Die wichtigste Erkundungsmethode ist, genau wie bei kleinen Kindern, das in den Mund nehmen, Anknabbern und Anbeissen. Sie fangen an zu gehen, auch wenn sie dabei noch öfters umfallen. Die Welpen interessieren sich jetzt gegenseitig für ihre Wurfgeschwister, aber auch mit dem Menschen machen sie jetzt ihre ersten Erfahrungen und in den Interaktionen mit der Mutter übernehmen sie nach und nach eine aktivere Rolle. Jetzt lernen sie auch, ihre Ausscheidungen selbständig, ohne Hilfe der Mutter zu erledigen.

Die dritte Woche wird häufig als Übergangsphase bezeichnet. Die Zeit der Passivität ist nun vorbei, jetzt beginnt das aktive Erkunden der Umwelt. Ab jetzt kann der Welpe durch die richtige Interpretation der Sinnesreize mit seiner Umwelt etwas anfangen.

Hier geht es zur Fortsetzung, Teil 2 der Übersicht über die Welpenentwicklung von der vierten bis zur achten Woche.

Anzeige: