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Toby und die Schleiereule

Unser Toby ist ein freundlicher Hund. Und ausgesprochen gesellig. Im allgemeinen gefällt es ihm recht gut bei uns, aber manchmal wünscht er sich doch, dass sein Rudel etwas größer wäre. Nur drei Menschen, drei Katzen und er, das erscheint ihm oft recht wenig. Und so lädt er jeden Besucher ein, doch zu bleiben. Wenn es nach ihm ginge, dann hätten wir bereits eine schöne Sammlung von Staubsaugervertretern und Stromablesern in unser Rudel aufgenommen.

Schleiereule, noch nicht flügge

Schleiereule, noch nicht flügge

Dabei ist Toby keineswegs wählerisch. Er nimmt fast jeden oder genauer gesagt, fast alles.

So war es auch bei der Sache mit der jungen Schleiereule. Dazu muss man sagen, dass in unserem Haus, ganz oben unter dem Dachgiebel, ein Kasten hängt, in dem die Schleiereulen ihre Jungen ausbrüten. Wenn die Jungen groß genug sind, was meistens irgendwann im August der Fall ist, dann werden sie rausgeschmissen und müssen fortan alleine zurecht kommen.

Im August werden nicht nur die Eulen erwachsen, im August ist es auch oft recht warm, so dass wir es vorziehen, bei offenem Fenster zu schlafen. Toby schläft wie immer auf dem Bettvorleger.

Eulen sind nachtaktive Tiere. Gegen Morgen, noch bevor es richtig hell wird, suchen sie sich ein Quartier, wo sie in Ruhe den Tag verschlafen können. Eine Eule der es an Erfahrung mangelt, kann dabei schon mal ein offenes Fenster mit ihrem altbekannten Eulenkasten verwechseln.

Die Eule war zuerst auf dem Schrank, dann auf dem Regal, dann unter dem Bett, auf der Kommode, und alles nochmal von vorne. Toby war die personifizierte Begeisterung. Endlich spielte mal jemand so richtig mit ihm!

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Ohne Toby hätten wir die Eule wahrscheinlich gar nicht bemerkt. Aber wenn der Hund sich mitten in der Nacht auf einmal vor Begeisterung überschlägt, jault und fiept und vor allem wie wild durch die Gegend hüpft, dann muss irgend etwas ungewöhnliches vorliegen.

Als er die Eule schließlich kriegte, wie sie gerade unter dem Bett verschwinden wollte, befürchteten wir schon das schlimmste. Aber Toby drückt seine Zuneigung durch intensives Ablecken aus. Die meisten Menschen, und wahrscheinlich auch Eulen, können seine Begeisterung da nicht so ganz teilen. Aber eine Eule, die in ein von einem Hund bewohntes Haus eindringt, muss sich eben so einiges gefallen lassen.

Sie fand schließlich den Ausgang. Toby war traurig und stand noch lange mit den Pfoten auf der Fensterbank und guckte nach draussen. Obwohl er das in den folgenden Tagen immer wieder tat, kam die Eule nicht zurück. Komisch.

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