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Spulwürmer

Infektionen mit Spulwürmern sind häufig, sowohl beim Hund als auch (mit Einschränkungen) beim Menschen. Es können auch noch andere Tiere befallen werden. Wirklich gefährlich sind die Würmer aber nur für kleine Kinder und für Welpen. Diese werden allerdings auch am häufigsten befallen. Durch Einhaltung einfacher Hygieneregeln kann man die Wahrscheinlichkeit eines Befalls reduzieren, ganz ausschließen kann man ihn nie. Es gibt aber wirksame (verschreibungspflichtige) Medikamente, die den Wurm zuverlässig eliminieren.

Entwicklung und Infektion

Spulwürmer durchwandern in ihrer Entwicklung mehrere Larvenstadien. Die Spulwurmeier, die von infizierten Hunden (oder anderen Tieren oder Menschen) mit dem Kot ausgeschieden werden, können auf dem Boden mehrere Jahre lang überleben. Meistens findet noch in diesem Zustand, außerhalb des Wirtstieres, der Übergang zum ersten Larvenstadium statt. Abhängig von den Umgebungsbedingungen kann das einige Tage oder auch einige Wochen dauern.

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Wenn eine solche Larve dann von einem Hund oder einem anderen Wirtstier aufgenommen wird, entwickelt sie sich im Dünndarm weiter, wandert von dort durch die Darmwand und das Blut bis in die Leber, weiter unter Bildung weiterer Larvenstadien über die Lunge in die Bronchien. Dort wird sie durch Husten entfernt oder geschluckt. Wenn sie geschluckt wird, wandert sie wieder in den Darm, wo sich der erwachsene Wurm ausbildet. Dieser wird meistens 15 bis 20 cm, kann aber auch bis zu 40 cm lang werden. Die Weibchen legen pro Tag bis zu 200.000 Eier in den Darm, die dann wieder mit dem Kot ausgeschieden werden und so beginnt der Kreislauf von neuem.

Ein erwachsener Wurm kann bis zu zwei Jahre im Darm des Hundes oder sonstigen Wirtstieres leben. Es dauert also lange, bis sich das Problem von alleine erledigt. In der Zeit kann der Wurm eine geradezu gigantisch große Anzahl an Eiern ablegen. Diese sind so winzig, dass sie auch mit einem Mikroskop nur schwer gesehen werden können. Die Aufnahme der frisch gelegten Eier löst übrigens noch keine Wurminfektion beim nächsten Wirtstier aus, da die Eier in dem Fall wieder ausgeschieden werden, bevor sie das kritische Larvenstadium erreicht haben.

Symptome

Es können, abhängig von weitgehend unbekannten Bedingungen, noch sehr viel mehr Organe durchwandert werden. In jedem Organ, das während der Entwicklung des Wurmes durchwandert wird, können spezifische Krankheitssymptome oder auch Schädigungen ausgelöst werden. Besonders schwerwiegend, wenn auch selten, ist eine Schädigung der Augen, die bis zur Blindheit führen kann. Meistens ist der Wurmdurchgang aber völlig symptomlos. Auch als Mensch kann man also befallen sein, ohne davon zu wissen.

Wenn sehr viele Würmer im Darm leben, kann es zu Verstopfungen und Darmblockaden kommen. Die Würmer ernähren sich von der Nahrung ihres Wirtstieres, Mangelernährung oder Abmagerung kann also unter Umständen die Folge sein. Falls es zu einer Erkrankung kommt, wird diese als Askariasis bezeichnet.

Erwachsene Hunde werden durch einen Befall mit Spulwürmern oft nicht beeinträchtigt, so dass durchaus ein unerkannter Befall ohne Krankheitssymptome vorliegen kann. Während der Wurm die verschiedenen Körperorgane durchwandert, werden noch keine Eier mit dem Kot ausgeschieden, eine Untersuchung würde in dem Fall also negativ ausfallen, obwohl sich der Wurm, oder genauer seine Larve, bereits im Körper befindet.

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Übertragung

Spulwürmer können auch den Menschen befallen. Dies kann über ungewaschenes Gemüse, ungewaschene Hände oder ähnliches passieren. Fliegen oder andere Insekten können die Eier auf Lebensmittel transportieren. Auch Kontakt mit den Ausscheidungen des Hundes kann zu einer Infektion führen. Bei frischem Kot ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion aber gering. Sie steigt aber an, je länger der Kot liegt, und bleibt auch dann erhalten, wenn der Kothaufen schon lange nicht mehr als solcher zu erkennen ist. Dies ist ein Grund, den Hund zu entwurmen und täglich dafür zu sorgen, dass er seinen Hundehaufen nicht in der Nähe von oder sogar auf Kinderspielplätzen macht.

Menschen werden übrigens recht häufig befallen, es entwickelt sich aber bei weitem nicht jedes Mal ein erwachsener Wurm. Das Immunsystem verhindert das oft, wenn auch nicht zuverlässig.

Spulwurmbefall war für Menschen und Tiere bis vor relativ wenigen Jahren ein selbstverständlicher Bestandteil des Lebens. Es wird diskutiert, dass der Organismus an den Befall angepasst sein könnte. Eine Folge des zumindest in den Industrieländern heute üblichen wurmfreien Lebens könnte eine eingeschränkte Funktionsweise des Immunsystems sein. Vor allem die zunehmend häufiger vorkommenden Allergien werden damit in Verbindung gebracht. Dies ist aber noch lange nicht vollständig untersucht, so dass es sich noch um Spekulationen handelt. Aber vielleicht ist dies der Grund dafür, dass das Immunsystem der Hunde anscheinend besser funktioniert als das menschliche.

Welpen

Welpen sind besonders anfällig für den Befall mit Spulwürmern. Bei ihnen führt der Befall auch am ehesten zu Komplikationen. Dies ist äußerlich am aufgeblähten Bauch zu erkennen, löst aber auch eine ganze Reihe von ernsten Krankheitssymptomen aus. Die Welpen werden meistens schon im Mutterleib oder mit der Milch infiziert, so dass Vorbeugen kaum möglich ist. Auch regelmäßig entwurmte, scheinbar wurmfreie Hündinnen können den Spulwurm an ihre Welpen weitergeben, weil sich oft Würmer in verschiedenen Entwicklungsstadien im Körper "verstecken". Um so wichtiger ist die regelmäßige Entwurmung der Welpen.

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